Erfahrungsbericht: HP Spectre x360-15

Da ich für mein Fernstudium ein Gerät mit Stiftunterstützung gut gebrauchen konnte, machte ich mich im Oktober auf die Suche nach einem 2-in-1 Gerät. Da das Surface Book 2 angekündigt war, rechnete ich schon mit günstigen Angeboten, an den Vorgänger zu kommen. Letztlich war mir aber doch klar, dass das Book (1) preislich mit akzeptabler Leistung nicht unter 1800-2000€ zu haben sein wird.

Nach ein wenig Recherche, führte nicht zuletzt der Beitrag von Kollege Martin (DrWindows) dazu, dass ich mir im HP Online Store das Spectre x360 15 näher anschaute. Seit seinem Review ist eine neue Version erschienen, inkl. Intel Core-i CPUs der 8. Generation und USB-C Anschlüssen.
Ich hatte auch überlegt, mir das Surface Laptop zuzulegen. Letztlich reizte mich aber doch der 15″ Bildschirm des Spectre. (und der zu dieser Zeit hohe Rabatt im Education Store von HP 😉

Spezifikationen

– CPU: Intel® Core™ i7-8550U (4 Cores, HyperThreading, 1,8-4Ghz)
– RAM: 16GB
– SSD: 512 GB PCIe® NVMe™ M.2
– GPU: NVIDIA® GeForce® MX150
– Display: 15,6″ 4K (Touch- + Stiftunterstützung)
– OS: Windows 10 Home 64

Der Wow-Moment

Für mich beginnt die Vorfreude schon beim Auspacken des Kartons. Qualitativ hochwertige Verpackungen lassen dem geneigten Nerd doch schon vor dem Blick aufs Gerät das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Das Spectre ist exzellent verarbeitet. Das erste Aufklappen des Geräts stellte sich dann aber doch als etwas aufwändiger heraus.
Die Ausbuchtung zum Öffnen ist für meine Finger etwas zu schmal bemessen, sodass ich immer 2 Hände zum Öffnen benötige – auch wenn es sich, wenn erst einmal ein Spalt vorhanden ist, einhändig öffnen lässt, ohne dass die Tastatur hochkippt.
Hieran gewöhnt man sich allerdings recht schnell, dann kehrt es wieder ein – das „Wow.“-Gesicht.

Spulenfiepen

Spulenfiepen kenne ich bereits von früheren Notebooks, auch Ultrabooks der Konkurrenz haben ähnliche Probleme. Ich hätte gehofft, dass das Problem heutzutage nicht mehr anzutreffen ist – aber auch beim i7 der 8. Generation tritt dieses Thema auf. Ich überlegte, ob ich das Spectre vom Support umtauschen lasse, dieser machte mir aber wenig Hoffnung, da das ein CPU-Problem ist und daher sämtliche Geräte mit dieser CPU beträfe.
Letztlich ist es ein Geräusch, das mich zunächst wunderte, aber nicht stört. Da die Lüfter des Spectre aber nur recht selten angehen, hört man es dennoch, wenn man in lautloser Umgebung arbeitet.

Stiftunterstützung

Das Spectre x360 13/15 unterstützt das Microsoft Pen Protocol und ist daher mit den Stiften der Surface-Geräte voll kompatibel.
Ich habe mir für knapp 50€ den Stift der 4. Generation (Surface Pro 4/Book 1) zugelegt und bin mit diesem hochzufrieden – es lässt sich sehr schön arbeiten – und wenn Talent vorhanden ist, kann man hiermit sicherlich auch prima auf dem 15″ Display des Spectre zeichnen.

Convertible-Mode

Das Spectre verfügt über ein 360 Grad-Scharnier – was im HP-Jargon soviel bedeutet wie: Man kann das Display einmal komplett nach hinten umklappen. Auf der Couch ist es sehr angenehm, es wie ein Tablet zu benutzen & einfach etwas im Netz zu surfen oder sich bei Netflix die Lieblingsserie auszusuchen.
Nettes Detail: Neben der Tastatur sind kleine Gummipuffer angebracht, die dafür sorgen, dass auch die Tastaturseite nicht verkratzt, wenn es einmal anders herum aufgeklappt auf dem Tisch steht.

Tastatur & Touchpad

Die Tastatur gefällt mir sehr gut, hat einen angenehmen Druckpunkt. Ich tippe privat wie beruflich sehr viel, daher bin ich beim Thema Tastatur auch recht kritisch. An der des Spectre habe ich aber nichts auszusetzen.
Das Touchpad hat eine sehr angenehme Größe. Gesten werden natürlich unterstützt. Über einen separat zu installierenden Synaptics-Treiber wird es dann auch in den Windows Einstellungen als präzises Touchpad erkannt und damit auch konfigurierbar.

Lautsprecher & Sound

Die Bang & Olufsen Lautsprecher haben einen schönen, präzisen Klang, dem es nur in den Tiefen an etwas mehr Schwung mangelt. Auch bei hohen Lautstärken hört man kein Übersteuern. Da die Lautsprecher neben der Tastatur positioniert sind, bemerkt man außerdem Stereo-Effekte um einiges besser als bei anderen Notebooks oder Tablets.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit beträgt in meinen Tests nie weniger als 7 Stunden, teilweise bin ich im Urlaub auch von morgens bis abends ausgekommen (inkl. kleiner Stand-by-Phasen), sicherlich aber war die Laufzeit über 9 Stunden.
Für ein 15″ Notebook, noch dazu mit 4K Display und dedizierter GPU eine ordentliche Leistung. Ich bin gespannt, wie die Tests beim Surface Book 2 ausfallen!

Performance

Der verbaute Intel® Core™ i7-8550U besitzt eine TDP von 15 Watt – erstaunlich für eine CPU dieser Leistung. Getaktet wird von 1,8 Ghz Basis bis 4,00 Ghz im Turbo Boost. Mit 4 Kernen + Hyper Threading hat mich der i7 in keiner Situation glauben lassen, ich säße an einem Ultrabook, sondern eher an einem ausgewachsenen Standrechner.
Die dedizierte GPU, eine Nvidia GeForce MX150, war mir vorher nie über den Weg gelaufen. Sie ordnet sich im PassMark Benchmark (Link) unterhalb der GTX 960M ein, schlägt die GTX 940M, die im Vorgängermodell (siehe Testbericht von Martin) verbaut war, aber um Längen.
Mit Spielen wie Diablo 3 oder Starcraft II lässt sie sich nicht ärgern – bei grafisch aufwändigeren Spielen wie The Forest oder Prey muss man die Settings allerdings schon etwas runterschrauben. Im Vergleich zu meinem vorherigen Notebook, einem Alienware 17 R4, ist das Spectre aber zu jeder Situation leiser als der Gaming-Bolide – sehr angenehm.

Display

Zum 4K Display gibt es leider recht wenig zu sagen – einfach klasse! Natürlich ist es, wie viele Touch-Notebooks heutzutage, mit einem glänzenden Display versehen. Nach mehreren Wochen des Betriebs fällt auch der ein- oder andere Fingerabdruck auf.
Eine automatische Helligkeitsregelung ist leider auch in diesem Modell nicht verbaut – im Standard regelt die Intel GPU allerdings die Displayhelligkeit anhand der Bildhelligkeit selbständig hoch oder runter. Besonders abends, beim Surfen auf hellen Seiten wie Amazon, fiel mir dies störend auf – gerade wenn man sich an Dark Themes, wie in Telegram gewöhnt hat. Dies kann man aber in den Einstellungen der Intel GPU deaktivieren.

Fazit

Auch wenn ich zunächst überlegte, zu anderen (kleineren) Geräten zu greifen, bin ich sehr glücklich mit dem Spectre x360-15. Es bringt eine angenehme Bildschirmgröße, das Gewicht ist für den Formfaktor absolut ok. Die Leistung finde ich oberhalb üblicher Ultrabooks angesiedelt, nichts ruckelt, nichts knarzt, schöner Klang – einfach top.
Der einzige Wehrmutstropfen ist das anfangs benannten Spulenfiepen, was mich zwischenzeitlich doch etwas stört – zumindest bei einem Gerät dieser Preisklasse. Zu diesem Thema verfolge ich aber aktuell einen Thread im HP Kundenforum und werde diesen Beitrag aktualisieren, sofern sich dort nennenswerte Neuigkeiten ergeben. (Aktueller Stand: Serienproblem)

PS: Inzwischen steht fest, dass das Surface Book 2 auch im 15″-Format ab Februar 2018 in Deutschland erhältlich sein wird. (Link)

Dennis

Hallo, ich bin Dennis. Magdeburger mit Leib und Seele! Ich kann mit Fußball und 99% aller anderen Sportarten nichts anfangen - identifiziere mich aber mit vielerlei Technik. Ich war schon unter Android und Windows Phone/Mobile unterwegs, nutze nun aber aktiv iOS, auch MacOS ist mir nicht fremd. Dennoch bin und bleibe ich Microsoft-Fanboy, der seine Xbox über alles liebt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung
der Seite stimmen Sie
der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen